Öffnungszeiten

Di. - Do.   ab 18.00 Uhr
Fr. - Sa.   ab 19.00 Uhr
 ◄◄  ◄  ►►  ► 
June 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
4
5
11
12
18
19
25
26

SuedKultur

Club Kombinat



Ballroom Konzept

 

Inhaltliche Ausrichtung von "Marias Ballroom"

(Download als PDF)

 

1.0 Unsere Sicht - Vorwort

Die Hamburger Innenstadt wird zunehmend ein menschenunwürdigerer Ort, an dem nichts anderes möglich scheint, als Konsum und Event. Überall in der Stadt schwinden öffentliche Räume und alte Gebäude, an ihrer Stelle wächst glatte Investoren- Architektur. Diese Tendenzen sind ebenfalls in den alteingesessenen Arbeitervierteln Hamburgs zu beobachten. Es gibt bereits auch zahlreiche Beispiele in Harburg zu beobachten. Wenn Politik und Wirtschaft darüber befinden, dass ein Stadtteil Potential besitzt, dann ist oft wirtschaftliches Potenzial aus Investorensicht gemeint.

Dieses verhält sich nicht selten konträr zu den Bedürfnislagen der dort ansässigen Bevölkerung. Immer mehr finanziell schwächere Einwohner werden an den Stadtrand verdrängt. Weil Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt werden, der soziale Wohnungsbau stagniert und die Mieten steigen.

Die kulturpolitischen Ausrichtungen des Senats verfolgen dem Anschein nach ähnliche Ziele. Zahlreiche kleinere Clubs, Theater, Kneipen e.t.c. mussten schließen, nicht zuletzt weil die Mieten unerschwinglich wurden oder übergeordneten Bauvorhaben zum Opfer fielen. Ebenfalls auffällig ist diese Entwicklung auch in den Wohnvierteln. Dort gibt es nahezu keine Möglichkeiten mehr, zu Begegnungen und gegenseitigem (kulturellen) Austausch.

 

1.1. Die Historie

Unsere ehemalige Gaststätte mit dem dazugehörigen Veranstaltungssaal blickt auf eine Geschichte zurück, welche im zweiten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts begann.

Seit 1915 etablierten sich unsere Räumlichkeiten als soziokultureller Ort im Phönixviertel. Neben der täglichen Schankwirtschaft wurde der anliegende Saal kontinuierlich von Vereinen, Institutionen, Parteien und Familien aus dem Stadtteil genutzt. Die Gaststätte mit ihren angrenzenden Räumlichkeiten genießt bei ihren Besuchern sprichwörtlich Bestand bei Speis und Trank.

Insbesondere die „Rechtschaffenen Fremden“ (Maurer und Zimmerer), die selbst auf eine lange Tradition zurückblicken können, wurden zu einem festen Bestandteil unserer Lokalität.

 

1.2 Die „Rechtschaffenen Fremden“

Das zünftige Reisen von Handwerkern hat eine uralte bis, in das späte Mittelalter zurückreichende Tradition, die nur im Bauhandwerk bei den Maurer- und Zimmergesellen überlebt hat und mit zeitgemäßen Anpassungen bei der ältesten Zunft, den rechtschaffen fremden Gesellen, bis zum heutigen Tage erhalten ist und auch praktiziert wird. Die Reisedauer beträgt wie eh und je drei Jahre und einen Tag. Während dieser Zeit darf der reisende Zunftgeselle seinen Heimatort und den Umkreis in einem Abstand von fünfzig Kilometern - außer zu unabwendbaren Ereignissen, wie schwere Krankheit oder Tod der engsten Familienangehörigen - nicht betreten.

Die Reisezeit ist eine in jeder Beziehung praxisnahe Lebensschule, die jedem Zunftgesellen ein gesundes Selbstvertrauen gibt, wovon er sein ganzes Leben zehrt. Sie ist in keiner Weise mit dem heutigen Tourismus, der ja auch die Menschen an alle Orte der Erde führt, zu vergleichen, da der Fremdgeschriebene - egal wo er tippelt oder arbeitet - ständig direkt in der Bevölkerung lebt und somit Freud und Leid hautnah am eigenen Leib kennen und einzuschätzen lernt.

Die Gaststätte bei Maria ist seit Jahrzehnten fester Anlaufpunkt für die älteste und größte Zunft Deutschlands. In den Clubräumen wurden seit je her traditionelle Abende dieser Handwerker organisiert und durchgeführt. Die Besucher sowie die Betreiber der Lokalität sind der Meinung, dass diese Tradition aufrechterhalten bleiben muss und diese zur heterogenisierung des Phönixviertels maßgeblich beiträgt. Des weiteren ermöglicht der enge Kontakt zwischen der hiesigen Bevölkerung und den „Rechtschaffenen Fremden“ einen niederschwelligen Zugang zu Informationen über das Handwerk.

Dem Stadtteil kommen die Begegnungen der verschiedenen Kulturen zu gute.


1.3 Die Verortung

Marias Ballroom befindet sich in dem Harburger Stadtteil Phönixviertel.
Der Name leitet sich von einer anliegenden Fabrik ab.
Diese war einer der Hauptarbeitgeber in Harburg. Die Belegschaft und auch Eisenbahner wussten die Nähe ihres Wohnortes zu ihrem Arbeitsplatz zu schätzen.
Der Stadtteil unterliegt, wie eingangs erwähnt den in ganz Hamburg zu beobachtenden Trend, das Bedürfnislagen der hiesigen Bewohner in vielen Bereichen des täglichen Lebens nur unzureichend beantwortet werden.


1.4 Die Bewohner

Wirtschaftliche Entwicklungen des letzten Jahrhunderts führten dazu, das sich die Bevölkerungsstruktur im Viertel von einem reinen Arbeiterwohnort zu einer heterogenen und vielschichtigen, mit verschiedenen Nationen, Altersgruppen und Lebensentwürfen ausgestatteten Bevölkerung wandelte. Diese leben überwiegend friedlich zusammen, kennen und unterstützen sich gegenseitig. Die Einkommen der hiesigen Bevölkerung sind, im vergleich zu anderen hamburger Stadtteilen unterdurchschnittlich. Die Arbeitslosigkeit ist im hamburger Vergleich relativ hoch.


2.0. Die Räumlichkeiten

Zu Marias Ballroom gehört ein möblierter Schankraum, welcher mit Musikanlage,PA, komplett eingerichtetem Tresen, und angrenzender geräumiger und voll funktionsfähiger Küche ausgestattet ist. Gegenüber der Marias Lounge befindet sich ein mit TV, Video und Computer ausgestatteter Clubraum (Marias Club Room). Über den Flur des Hauses gelangt man in einen 74m2 großen Veranstaltungssaal (Marias Ballroom). Dieser ist ebenfalls mit einem Tresen ausgestattet. Eine komplette Licht und Soundanlage sowie verschiedene Instrumente sind vorhanden. Beamer und Leinwand ermöglichen Vorträge mit visueller Unterstützung. Die Räumlichkeiten können sowohl bestuhlt und mit Tischen ausgestattet oder unbestuhlt genutzt werden. Der Saal ist, mit einer modernen Lüftung ausgestattet. Die Lüftungsanlage ist akustisch gedämmt, so dass keine Geräusche nach außen dringen.


3.0. Kultur von Allen für Alle - Die Leitgedanken

Wird die langjährige Tradition unserer Gaststätte betrachtet, findet man eine Vielzahl an Beispielen für funktionierenden kulturellen Austausch. Dieser fand stets auf einer partizipativen Ebene mit der Nachbarschaft statt. Hier möchten wir anknüpfen und weiterhin die vorhandenen menschlichen und kreativen Potenziale im Stadtteil nutzen und fördern.
„Marias Ballroom“ soll zur kulturellen Belebung des Phönixviertels nachhaltig beitragen, mit dem vorrangigen Ziel, sich für die Interessen sämtlicher Stadtteilbewohner/innen einzusetzen.

Marias Ballroom bietet Raum für Begegnungen und gegenseitiges Kennenlernen: Für deutsche und ausländische Bewohner/innen, junge und alte Menschen, verschiedene Künstler und deren Publikum. Der Grad zwischen Anbietern und Nutznießern sollte jedoch möglichst fließend sein.


3.1. „Marias Ballroom“ als Ort für (Sozio)kultur

Jegliche Kultur solle Soziokultur sein, forderte einmal Hermann Glaser in den 1970er Jahren. Damit war gemeint, Kultur nicht als etwas zu begreifen, das mit dem Alltag und dem Leben der Menschen nichts zu tun hat, also eine rein geistige Sphäre. Diese Haltung vertreten auch die gestalterisch tätigen Menschen von Marias Ballroom.
Kultur steht unmittelbar mit den gelebten Alltagserfahrungen in Bezug. Durch die langjährige Verwurzelung im Stadtteil sind die Betreiber und Mitarbeiter eng mit dem Lebensumfeld, den Bedürfnissen und den Wünschen der Bewohner/innen vertraut. „Marias Ballroom“ versteht sich als Ort diese zu thematisieren und mit Hilfe von Synergieeffekten aufzuzeigen und umzusetzen.


4.0. Teilhabe ermöglichen - Die Methoden

In „Marias Ballroom“ wird ein unkonventionelles Kulturprogramm geboten. Ohne öffentliche Förderung - dafür mit umso mehr Engagement.

Unter dem Motto „Nichts was Du nicht willst“ finden in regelmäßigen Abständen Planungstreffen der Kulturschaffenden und interessierten Bewohner aus dem Stadtteil statt. Dort wird nicht nur das weitere Programm geplant, sondern es wird versucht, jeden Bewohner mit seinen individuellen Fähigkeiten aktiv in die weitere Ausgestaltung zu integrieren. Ebenfalls dienen diese Treffen als Talent, Austausch und Informationsbörse, wie es der Musikerstammtisch mit seinen daraus resultierenden Projekten bereits bewies. Dies hat neben den positiven Faktoren für den Einzelnen auch die Folge, das Veranstaltungen sehr kostengünstig und somit an die soziale Struktur des Viertels angepasst durchführbar werden. Partizipative Strukturen sind also ein Muss für den weiteren Erhalt des Kulturbetriebes in den Räumlichkeiten der Gaststätte „Bei Maria“.

Ohne ehrenamtliche Arbeit sind Abende erschwinglicher Kultur nicht möglich. Veränderungen der Bedürfnislagen im Viertel werden bei diesen Treffen erkannt und führen zu einer Neuausrichtung im Programm des „Ballrooms“. Bewohner aus dem unmittelbaren Umfeld (angrenzende Häuser) haben zu sämtlichen Veranstaltungen freien Eintritt. Ebenfalls wird Netzwerkarbeit geleistet und sich mit Vertretern anderer Institutionen besprochen und der Austauschprozess im Stadtteil gefördert.


4.1. Kooperation – Die Bereitschaft

Die Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren aus dem Stadtteil stellt ein wesentliches Element der täglichen Arbeit da. Die Gaststätte „Bei Maria“ bietet jedem Verein oder jeder Institution die Zusammenarbeit an, sofern diese sich in einem rechtsstaatlichen Rahmen bewegt. Kooperation mit Institutionen, welche extremistisch oder menschenverachtend ausgerichtet sind, wird abgelehnt.


4.2. Dinge ermöglichen – Die Taten

Die technische Ausstattung der Gaststätte und des „Ballromms“ tragen erheblich dazu bei, Dinge zu ermöglichen. Hier nur einige vorstellbare Aktivitäten, welche zum Teil auch schon mit großem Erfolg durchgeführt wurden:
♦ Feste Übungszeiten für Musikgruppen und andere Kulturschaffende aus dem Stadtteil
♦ Unterrichtseinheiten in verschiedensten künstlerischen Ausdrucksformen
♦ Aufnahmemöglichkeiten vergleichbar denen eines Tonstudios
♦ Regelmäßig stattfindende Jam- Sessions fördern den Austausch zwischen Musikern
♦ Gemeinsame Durchführung von Präsentationsveranstaltungen
♦ Vernisagen, Ausstellungen, Lesungen

♦ Theather Events
♦ Abende zu bestimmten Themen aus Politik und Gesellschaft
♦ Standarttanzveranstaltungen
♦ Traditionelle Veranstaltungen

 

5.0. Fazit – Die Hoffnungen

Marias Ballroom ist natürlich keine soziale Einrichtung im klassischen Sinne. Marias Ballroom versteht sich als Ort der Begegnungen. Handlungsimpulse werden aus dem sozialen Umfeld der Gaststätte empfangen. Gemeinsam wird versucht, das Viertel kulturell und sozial zu bereichern.

Marias Ballroom möchte als Bindeglied zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen fungieren. Alteingesessene Bewohner aktivieren neu zugezogene integrieren. Den Betreibern ist bewusst, das Geld hierbei kein Ausschlusskriterium darstellen darf. Die Preisgestaltung ist deswegen human und dient überwiegend dem Erhalt des Status Quo.

           

Vorverkauf !



Vorverkauf

 

Vorverkauf


Hotline - 0180 570070

 

Bei uns auftreten !

Schnell-Kontakt

Email:
Betreff:
Nachricht:
Anti-Spam Frage: Wie viele Monate hat das Jahr?

Letzter Eintrag

Clubstiftung HH